OPC – geschmeidig bis ins hohe Alter

OPC – geschmeidig bis ins hohe Alter

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Oligomere Proanthocyanidine bezeichnen Bioflavonoide, die hauptsächlich aus Traubenkernen gewonnen werden. Die ausgesprochen gesundheitsfördernden Wirkungen v.a. auf die Blutgefäße machen OPC zu einem lohnenswerten Supplement.

Jacques Masquelier entdeckte 1948 während einer Studie zur Verfütterbarkeit von Erdnußhäutchen Stoffe, die sich zur Behandlung von Venenkrankheiten eignen und nannte diese OPC. Es stellte sich heraus, daß OPC zu den wirkungsvollsten natürlichen Antioxidantien gehören. Der therapeutische Einsatz bei oxidativem Streß (z.B. durch verminderte Durchblutung, Strahlung, erhöhten Stoffwechsel, Toxine oder Entzündungen) findet demnach im Speziellen, aber auch allgemein für das „gesunde Altern“ Anwendung.

Allgemeine WirkungenTraubenkerne

OPC unterstützen u.a. den Zustand von Augen, Gelenken, Herz, Blutgefäßen und Gehirn. Darüber hinaus fördern OPC eine ausgewogene Immunantwort. Sie schützen kollagen- und elastinreiche Bindegewebsstrukturen, wie z.B. Blutgefäße vor freien Radikalen und halten so Venen und Arterien stark und geschmeidig. OPC fördern auch die Erholung nach Sportverletzungen. Sie senken den LDL- und Gesamtcholesterinspiegel, insbesondere in Kombination mit einem Chrompräparat. Es wurde auch eine dosisabhängige Wachstumshemmung von Dickdarmkrebszellen beobachtet. Als „Tausendsassa“ erhöhen OPC sogar die Aktivität von Vitamin C, A und E.

Quellen

Es stellte sich heraus, daß OPC in großen Mengen in Traubenkernen (Traubenkernmehl) enthalten sind. Zudem findet man sie in der Schale und dem Laub roter Trauben, in den roten Häutchen von Erdnüssen, in Kokosnüssen, Ginkgoblättern, Äpfeln, Lärchenholz und in der Rinde der Strandkiefer. Man findet sie somit auch in unterschiedlicher Konzentration im Rotwein (deutlich weniger im Weißwein).

Traubenkernmehl

Gehen wir nochmal zu den Vorteilen der OPC in der Nahrung, und betrachten wir dabei den zunehmenden Streß, den uns das bisherige System bereitet hat, sowie die weitestgehend denaturierte Nahrung in der anderen Waagschale, wird wieder einmal klar, daß dies nicht für ein gesundes Altern sorgt. Traubenkerne werden „rausgezüchtet“, Bitterstoffe in vielen Nahrungsmitteln gegen Zucker getauscht und die natürliche bunte Vielfalt in glanzlose Eintönigkeit getaucht. Wie viele Traubensorten genießen wir denn durch den Supermarkt? „In der European Vitis Database sind derzeit rund 16.800 Sorten eingetragen (12.431 Vitis vinifera L., 3.949 Vitis Interspecific Crossing, 529 andere Vitis Species). Es ist anzunehmen, daß noch einige Tausend Sorten weltweit vorhanden sind, aber noch nicht in die Datenbank eingegeben wurden.“ (Wikipedia)

Therapeutische Anwendungsgebiete

Erfolgreich in therapeutischer Dosierung werden OPC eingesetzt bei:

  • Ödeme
  • Anfällige Kapillaren (z.B. Zahnfleischbluten)
  • chronisch-venöse Insuffizienz, Thrombose (Vorbeugung), Krampfadern und Hämorrhoiden
  • Atherosklerose, Hypercholesterinämie und verminderte periphere Durchblutung
  • Diabetes (Komplikationen)
  • entzündliche Erkrankungen (Gelenkentzündungen, Bronchitis)
  • Allergien (Asthma, Heuschnupfen, atopische Dermatitis)
  • Hautbeschwerden (Juckreiz, Ekzeme, Nesselsucht, Psoriasis, Wunden)
  • Prävention: Augenkrankheiten, Krebs, allg. Alterung
  • Sportverletzungen

Kontraindikationen

In Ermangelung ausreichender Daten wird von der Anwendung von OPC bei Kleinkindern und Schwangeren abgeraten.

Nebenwirkungen

OPC ist bei normalem Gebrauch sicher. Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Wechselwirkungen

OPC kann die Wirksamkeit von Probiotika mit Lactobacillus-acidophilus-Bakterien reduzieren. Diese Nahrungsergänzungsmittel sollten vorzugsweise getrennt zu einer anderen Tageszeit eingenommen werden.
OPC hemmt die Thrombozytenaggregation und kann (theoretisch) die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken.

Empfehlungen für die Dosierung

Präventiv: 100 mg/Tag
Allgemeine therapeutische Dosierung: 200-400 mg/Tag (oder 2,8 bis 5,6 mg/kg/Tag)
Augenbelastung: 200-300 mg/Tag
Es empfiehlt sich, die Mengenangaben der Produktpackungen genau zu vergleichen. Bezogen auf die präventive und allgemein therapeutische Dosierung gibt es große Unterschiede im Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist von essentieller Wichtigkeit für unsere Gesundheit. In dieser Zeit der Unausgewogenheit stellen besonders OPC eine wichtige Supplementierungsquelle für die Geschmeidigkeit bis ins hohe Alter dar. Diese haben vor allem vorbeugenden Charakter, können aber auch in therapeutischer Dosierung beispielsweise nach einem Schlaganfall gegeben werden. Das erkennen mittlerweile (nicht nur) Naturheilkundler.

Bioflavonoide

Flavonoide sind Polyphenole (sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe). Es wurden mehr als 4000 verschiedene Flavonoide identifiziert; diese sind v.a. Farb-, Geschmack-, Bitter- und Gerbstoffe.
Untergruppen:
Flavone (u.a. Apigenin, Lutein, Chrysin)
Flavonole (u.a. Quercetin, Kaemferol, Myricetin)
Flavanone (u.a. Hesperetin, Naringenin)
Flavanole (Catechin, Epicatechin, Theaflavin, OPC)
Isoflavone (z.B. Genistein, Daïdzein)
Anthocyanidine (z.B. Pelargonidin, Cyanidin)

Synergien

Das positive Zusammenwirken von sekundären Pflanzenstoffen wurde häufig beobachtet. Versuche, durch Isolation und starker Dosierung einzelner Wirkstoffe die Wirkung zu erhöhen, zeigten sich oft als Fehlschläge.
Die Wirkung von OPC scheint durch die Anwesenheit von Ascorbinsäure (Vitamin C) sowie Taxifolin, Rutin, Hesperidin und Quercetin wie auch weitere Bioflavonoide günstig beeinflußbar zu sein.

Trauben

Literatur
Kumar S et al. Chemistry and biological activities of flavonoids: an overview. ScientificWorldJournal. 2013;2013:162750.
Avior Y et al. Flavonoids as dietary regulators of nuclear receptor activity. Food Funct. 2013;4(6):831-44.
Duluc L et al. Mitochondria as potential targets of flavonoids: focus on adipocytes and endothelial cells. Curr Med Chem. 2012;19(26):4462-74.
Kawser Hossain M et al. Molecular mechanisms of the anti-obesity and anti-diabetic properties of flavonoids. Int J Mol Sci. 2016;17(4).
Vinayagam R et al. Antidiabetic properties of dietary flavonoids: a cellular mechanism review. Nutr Metab (Lond). 2015;12:60.
Vezza T et al. Flavonoids in inflammatory bowel disease: a review. Nutrients. 2016;8(4).
Georgiev V et al. Recent advances and uses of grape flavonoids as nutraceuticals. Nutrients. 2014;6(1):391-415.
Assini JM et al. Citrus flavonoids and lipid metabolism. Curr Opin Lipidol. 2013;24(1):34-40.
Hwang SL et al. Neuroprotective effects of citrus flavonoids. J Agric Food Chem. 2012;60(4):877-85.
Jäger AK et al. Flavonoids and the CNS. Molecules. 2011;16(2):1471-85.
Baptista FI et al. Flavonoids as therapeutic compounds targeting key proteins involved in Alzheimer’s disease. ACS Chem Neurosci. 2014;5(2):83-92.
Diniz TC et al. The role of flavonoids on oxidative stress in epilepsy. Oxid Med Cell Longev. 2015;2015:171756.
Sak K. Cytotoxicity of dietary flavonoids on different human cancer types. Pharmacogn Rev. 2014;8(16):122-46.
Sak K et al. Role of flavonoids in future anticancer therapy by eliminating the cancer stem cells. Curr Stem Cell Res Ther. 2015;10(3):271-82.
Salvamani S et al. Antiartherosclerotic effects of plant flavonoids. Biomed Res Int. 2014;2014:480258.
Peterson JJ et al. Do flavonoids reduce cardiovascular disease incidence or mortality in US and European populations?  Nutr Rev. 2012;70(9):491-508.
Weaver CM et al. Flavonoid intake and bone health. J Nutr Gerontol Geriatr. 2012;31(3):239-53.
Lago JH et al. Structure-activity association of flavonoids in lung diseases. Molecules. 2014;19(3):3570-95.
Pérez-Cano FJ et al. Flavonoids affect host-microbiota crosstalk through TLR modulation. Antioxidants (Basel). 2014;3(4):649-70.
Burgerstein Handbuch Nährstoffe; ISBN 978-3-8304-6071-8
Quellen: orthoknowledge.eu, wikipedia.de

Fotos: stock.adobe.com - ©msk.nina, ©ExQuisine, ©dima_pics

©2020 Hans Christian Hinne. Gestaltet mit

Search