Die dunkle und die helle Seite: Transplantation

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Organe, bzw. Organteile zu entnehmen und diese wieder einzusetzen, was man allgemein als Transplantation, sprich Verpflanzung bezeichnet. Neben dem noblen Wunsch Leben retten, oder verschönern zu wollen, gesellen sich einige fragwürdige Nebenwirkungen.

Grundsätzlich muß erst einmal genauer betrachtet werden, was und für wen lebendes Gewebe verpflanzt werden soll. Neben ganzen Organen, wie Herz oder Nieren, lassen sich ja auch Haut- oder Gefäßteile herausschneiden, um andernorts wieder eingenäht zu werden. Im Falle von schweren Unfällen, Verbrennungen, oder auch Mißbildungen kann der Chirurg hervorragende Ergebnisse erzielen und das Leben der ‚Opfer‘ wieder angenehmer machen. Hier wird bevorzugt  körpereigenes Gewebe genommen, was weniger Probleme bereitet. So auch eigene Blutgefäße, die z.B. aus Oberschenkel entnommen, als Bypass am Herzen wieder eingesetzt werden. Ist Spender und Empfänger gleich spricht der Mediziner von einer autogenen Transplantation.
Kleinere Probleme treten bereits hier auf, wenn z.B. Oberhaut als Auskleidung einer fehlangelegten Harnröhre eingesetzt wird und dieser dann Haare wachsen. Klar steht dabei der Nutzen (das Überleben durch einen gewährleisteten Harnabfluß) deutlich im Vordergrund. Wenn Lebensqualität mit -verlängerung sich die Waage hält, wird wohl jeder offene, lebensfrohe Mensch diese medizinische Errungenschaft begrüßen.
Um das Folgende besser zu verstehen, muß man wissen, daß man nebst der Mensch-zu-Mensch Transplantation auch Wege entwickelt hat, tierisches Gewebe zu verpflanzen (xenogen) oder auch künstliches Material einzusetzen. Bei letzterem spricht man dann aber vom Implantat. Alle diese Formen der Einpflanzungen sind für den Körper aber Fremdstoffe, die er nur bedingt tolerieren kann.
Der Körper des Menschen provoziert kein Symptom nur mal so, wie jeder Naturheilkundler weiß. Weshalb z.B. ‚Stents‘ zusammengepresst, abgestoßen oder auch einfach wieder verlegt werden. Genetische Anlagen, ungesunde Lebensweisen, oder was man allgemein als Konstitution beschreibt, bleiben davon unberührt.
Man hat Gesetze entworfen, um Organtransplantationen zu kontrollieren (TPG). Es hat sich ein enormer Markt mit reger Interesse entwickelt. Wer es sich leisten kann, legt bei einer Herztransplantation gut und gerne fünf- bis sechsstellige Beträge hin. Durch das Gesetz soll Organhandel, oder Bevorzugung durch Spende entgegen gewirkt und Eckpunkte wie den Zeitpunkt der Entnahme definiert werden. In diesem Zusammenhang wird dem Blut seine Eigenschaft als Organ abgesprochen, denn dies regelt das Transfusionsgesetz.

Der Organhandel ist ein Begriff, der immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Besonders wenn, wie aktuell, millionen Menschen ungeschützt auf der Flucht sind. Die Reichen und Schönen tauchen in diesem Kontext aber genauso auf, wie das Rote Kreuz, oder alles was man hierzulande gerne mal ins schlechte Licht stellen will (Ostblock etc.). Welche Preise man auf dem Schwarzmarkt erzielen kann, entzieht sich dem Wissen der Redaktion. Internetrecherchen ergaben Angaben zwischen
wenigen tausend Euro (wenn überhaupt) auf der Spenderseite, bis hin zu mehreren hunderttausend auf der Empfängerseite. Auf‘s Kilo gerechnet also ein Markt, der es mit allerlei Drogen aufnehmen kann.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Zeitpunkt der Organentnahme. Es soll ja schön frisch sein. Der ‚Hirntod‘ ist ein umstrittenes Thema, da es Fälle gab, bei denen für hirntot erklärte Patienten doch wieder erwachten. Der Körper lebt ja noch, ist warm und wer kann mit Sicherheit sagen, ob nicht auch Schmerz wahrgenommen wird. Gerade weil es dabei um Minuten geht ist die Diagnose Hirntod bei einem Organspender eine Fehlerquelle. Besonders wenn‘s schnell gehen muß, wie nach einem Unfall.
Wurde transplantiert und es war nicht zufällig der eineiige Zwilling, dann gerät der Körper in eine schwierige Lage. Unser Immunsystem erkennt Freund (eigene Zellen) und Fremd anhand von Oberflächenmerkmalen der Zellstrukturen. Allgemein
spricht man von Antigenen, bzw. beim eigenen Körper von MHC1, bzw. HLA2 . Da das fremde Organ, fremde Antigene mitbringt, erfolgt unweigerlich eine Immunreaktion. Das Organ wird „abgestoßen“. Es entzündet sich mit fatalen Folgen. Aus diesen Gründen müssen Transplantatempfänger ihr Leben lang Immunsuppressiva nehmen. Folge: Infektanfälligkeit, erhöhtes Risiko für Krebs etc. Man kann also von AIDS sprechen - einer erworbenen Immunschwäche.
Die Lebenserwartung ist sicher in den meisten Fällen länger als ohne Organverpflanzung, aber beschränkt sich bei minderer Lebensqualität, auf eine 60%ige 10-Jahresüberlebensrate. Schwerverlaufende Infektionen und Krebs sind Todesursachen.
Bei diesem Thema darf man auch die psychische Komponente nicht vergessen. Es gibt zahlreiche Fälle, die von psychischen / Stimmungsveränderungen der Patienten berichten. Belastende Träume, die sich einschleichen, Gustoänderungen, Wesensveränderungen und dergleichen mehr. Wer mal an einer systemischen Arbeit, wie Familienstellen teilgenommen hat, weiß welche Kraft ein morphogenetisches Feld hat. Übertragen auf zwei genetische Codes in einem Körper, erklärt sich vieles von selbst.
Neben den eindeutig positiven Errungenschaften der Unfallchirurgie, ist dies ein sehr schwieriges Thema, mit einigen sehr schwarzen Schattenseiten. Wie so oft spielt auch hier die Geldkomponente der Menschlichkeit dazwischen. Und zu guter Letzt müßen wir alle einmal loslassen und das Schicksal annehmen.

1 Major Histocompatibility Complex; der Hauptgewebeverträglichkeitskomplex
2 humanes Leukozytenantigen; veraltet für MHC, da es zuerst auf Leukozyten gefunden wurde

©2019 Hans Christian Hinne. Gestaltet mit

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