Männergesundheit

Das Statistische Bundesamt nennt die 20 häufigsten Hauptdiagnosen der vollstationär behandelten Patienten in Deutschland 20081. Die Angaben sollen Grundlage für diesen Artikel sein, damit mann sich um sein wertvollstes Gut kümmern kann - seiner Gesundheit.

Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol

So schlimm ist die Welt geworden, daß mann sich der Realität kaum mehr nüchtern stellen will. 245.971 der insgesamt 8.392.426 erfaßten Männer haben es durch Alkohol vollstationär in die Klinik geschafft und landen damit auf Platz 1. Weiter unten in der Liste taucht dann noch der Aufenthalt wegen Schlafstörungen auf. Und das, obwohl Mann doch sonst nie etwas fehlt. Hier zeigt sich enormer Streß und Flucht, wenn die äußere Anforderung zu groß ist.
„Streß“ stellt sich bei Überforderung ein. Solange eine Aufgabe, oder Situation überschaubar und damit kontrollierbar ist, bleibt zwar die Arbeit, aber auch die innere Ausgeglichenheit. Übersteigt die Beanspruchung die bisher gewohnte, subjektive Ordnung entsteht in der eigenen Wahrnehmung ein nicht, oder schwer zu bewältigendes Chaos. Es werden Streßhormone ausgeschüttet, zuerst akut, dann chronisch. Im Dauerzustand wird das Immunsystem zunehmend geschwächt, was wiederkehrende Infekte und im schlimmsten Fall Krebs zur Folge haben kann. Zudem stellt sich der Stoffwechsel um, mit der Folge von Ablagerungen/ Verschlackung, wie z.B. Arteriosklerose und ein Diabetes kann sich einstellen. Beide genannten Beispiele ziehen einen Rattenschwanz an weiteren Problemen nach sich.
Der Griff zum Alkohol und anderen (harten) Rauschmitteln verbessert die Situation nicht, sondern stellt nur eine Weiche in noch mehr Chaos. Alkohol wird nach seiner chemischen Summenformel in medizinischen Berichten oft als „C2“ abgekürzt und ist ein Zellgift. Die Leber stellt andere Aufgaben hinten an, sobald er im Kreislauf ist, um ihn abzubauen. Durch den provozierten Zelltod greift er Leber, Pankreas und Muskeln, wozu auch das Herz gehört, an. Neben dem sensiblen Nervensystem, leiden auch Magen-Darm und andere Organe darunter. Ein Punkt der früher, oder später erreicht wird, ist der Verlust der Potenz.
Es zeigt sich, daß die öffentliche Rauschpolitik mit Alkohol einen guten medizinischen Geschäftspartner gefunden hat. Mann hat ein Recht auf Rausch, was seit jeher zelebriert wurde. Nur dürfen besonders natürlich gewachsene Pflanzen v.a. den Alko-Pops und industriellen Destillaten den Rang streitig machen!
Männer, gesteht euch eure sensible Seite ein und teilt euch mit! Ein ganzer Mann sieht seinen Problemen ins Gesicht und schart weitere Mannen um sich, die ihm zur Hilfe kommen. Es gibt Mittel und Wege, die aus der Einbahnstraße der Einsamkeit führen. Was zählt ist des Mannes Wille.

Starres Herz

In der Rangliste tauchen bei Männern und Frauen auffallend viele Herzerkrankungen auf. Zu finden sind Brustenge (Angina pectoris), Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit, Akuter Herzinfarkt (Myokardinfarkt), Vorhofflattern/-
flimmern, Arterienverkalkung (Atherosklerose).
Dieses umfassende Thema soll in einem weiteren Artikel besprochen werden - siehe zudem in der Einleitung zur „Frauengesundheit“. Hier sei bereits angemerkt, daß das Herz physiologisch, wie metaphysisch zwei Seiten hat. Eine empfangende, nehmende und eine spendende, gebende. In der Farblehre, die sich auch in der Steinheilkunde ausdrückt, findet sich dafür entsprechend grün und rosa. Beide Farben stehen sich komplementär gegenüber und finden sich im  „Wassermelonen“-Turmalin als kräftigen Heilstein. Goethe beschrieb grün, als ruhig, wo sich das Auge gerne ausruht - man denke an eine grüne Wiese. Rosa, als rotblau beschrieben, ist lebhaft und unruhig.
Es ist dieses Spiel als Gebender und Nehmender, besonders auf emotionaler Ebene, was Männern und zunehmend Frauen Probleme bereitet. Zwischen Himmel und Erde muß ein Ausgleich geschehen. Wer viel „schluckt“, darf auch austeilen. Wer sich vieles zu Herzen nimmt, sollte darauf achten, daß es weiterfließt.

Leistenbruch (Hernia inguinalis)

‚Bruch‘ meint hier den Durchbruch innerer Organe(teile), durch Gewebeschíchten, die eigentlich als Trennwand dienen sollten. So können nach Lokalisation weitere unterschieden werden, wie Schenkel-, Nabel-, oder Narbenbruch etc. Durch den Leistenkanal wandert der Hoden, um den Geburtszeitpunkt, aus dem Bauchraum in den kühler gelegenen Hodensack. Gefäße, Nerven und Gewebsschichten folgen ihm. Frauen haben die gleiche Anlage zur großen Schamlippe hin. Ist der Kanal zu weit angelegt und/oder liegt eine Gewebeschwäche vor, können sich bei (dauerhaft) erhöhtem Bauchinnendruck (körperliche Arbeit, Pressen, Husten) Darmschlingen hindurch drängen.
Symptomatisch ist dabei eine meist schmerzlose Schwellung in der Leiste, die weggedrückt werden kann. Stellt sich neben einem Druckgefühl ein plötzlicher, starker Schmerz ein, ist dies ein Zeichen für eine Einklemmung, was lebensgefährlich ist. In diesem Fall muß sofort operiert werden, um das Absterben des Gewebes zu verhindern.
Chirurgisch werden die Organe wieder an die rechte Position gebracht, dort ggf. befestigt und es wird mittels Naht, Gewebe(um)schichtung, oder durch ein künstliches Netz vor dem Kanal derselbe verengt. Die Erfolgsaussichten sind gut und das Risiko liegt hauptsächlich in der Vernarbung, die wiederum eine Einklemmung verursachen kann.
Zur generellen Prophylaxe, oder wenn eine Gewebeschwäche bekannt ist, sollten regelmäßig Beckenbodenübungen gemacht werden. Über die Konstitutionstherapie hat die Naturheilkunde zudem einen guten Zugang zu angeborenen Schwächen und kann diese frühzeitig behandeln.

Bösartige Neubildungen

der Bronchien und der Lunge, der Prostata und der Harnblase werden aufgezählt. Die chronische Lungenkrankheit (obstruktiv), auch als „Raucherlunge“ bezeichnet, kann auch Auslöser in anderen Umweltgiften (z.B. Arbeitsumfeld) finden, oder
unklarer Genese sein und zählt zu den Präkanzerosen.
Das Problem bei Krebs ist, daß er meist lange keine Probleme bereitet. Wer also meint, sobald er etwas spürt, könne er das Rauchen ja sein lassen, kann in diesem Stadium quasi gerade weiterrauchen. Naturheilkundlich stehen vielfache Möglichkeiten zur Verfügung, es einmal gar nicht soweit kommen zu lassen, sowie effektive Therapien bei manifester Krankheit (siehe auch „Frauengesundheit“).
Die Untersuchung des Genitalbereichs, v.a. der Prostata ist für viele Männer ein rotes Tuch. Um Schlimmeres zu vermeiden, darf dem jedoch Aufmerksamkeit zukommen, was auch selbst erledigt werden kann.
Neben äußerlicher Betrachtung von Penis, Hodensack und Analbereich, kann die Prostata z.B. beim Duschen abgetastet werden. Sie ist rektal oberhalb des Damms, prallelastisch fühlbar. Die Oberfläche sollte glatt sein. Schmerzen dürfen dabei nicht auftreten. Knoten und eine Größenzunahme sind zeichen einer Veränderung und sollten weiter abgeklärt und beobachtet werden.
Ultraschall, oder die endoskopische Untersuchung über die Harnröhre geben weitere Hinweise. Biopsien sind wegen des erhöhten Risikos der Metastasierung kritisch zu betrachten. Der PSA-Wert lässt keine eindeutige Diagnose zu, da er erfahrungsgemäß großen Schwankungen unterliegt und z.B. bei erfolgreicher Therapie stark ansteigen kann.
Ausfluß, Sekret-/Tröpfchenbildung aus dem Penis sollten immer untersucht werden, um eine mögliche Infektionsübertragung zu vermeiden.

1 www.bmg.bund.de/fileadmin/redaktion/pdf_infografiken/Infografik_hauptdiagnosen_maenner.pdf

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